Vogtlandklasse: 4. Spieltag
SG Rotschau – SV Merkur 06 Oelsnitz II 0:4 (0:0)
Im Duell zweier ersatzgeschwächter Mannschaften war es die Merkur-Reserve, die die angespannte Personalsituation deutlich besser kompensieren konnte. Beim Vogtlandliga-Absteiger fehlten nach eigener Angabe gleich zehn Spieler, während Merkur II auf acht Akteure aus dem Stammkader verzichten musste. Unterstützung kam diesmal von Penzel aus den Alten Herren, Ußfeller und Pieschel aus der Studiumspause sowie Knoll, Grundig und Günther nach längeren Verletzungspausen. Alle machten ihre Sache hervorragend.
Von Beginn an übernahm Oelsnitz die Kontrolle und erspielte sich bereits im ersten Durchgang gute Möglichkeiten zur Führung. Wunderlichs Abschluss strich nur knapp am Pfosten vorbei, wenig später scheiterte Hirsch mit einem sehenswerten Lattenknaller. Von der Heimelf war offensiv dagegen nur wenig zu sehen. Harmlose Abschlüsse aus der zweiten Reihe und ein geblockter Schuss nach Rotschaus bester Kombination blieben die einzigen nennenswerten Offensivaktionen der Gastgeber. So ging es trotz klarer Feldüberlegenheit der Merkur-Reserve torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Oelsnitz nochmals den Druck und wurde schnell belohnt. Grundig setzte sich auf der Außenbahn stark durch und bediente Winkler, der die Eingabe aus rund 15 Metern trocken zur 1:0-Führung verwertete (52.). Mit Pieschel (55., für den fleißigen Grundig nach fünf Wochen Verletzungspause) und Knoll (59., für den 41-jährigen Penzel) kam anschließend nochmals reichlich Qualität auf den Platz – und das sollte sich unmittelbar bemerkbar machen. Merkur stand defensiv weiterhin sicher und entwickelte nun auch offensiv immer mehr Druck. Kurz nach seiner Einwechslung wurde Knoll von Pieschel bedient, setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und schloss unhaltbar ins lange Eck zum 2:0 ab. Rotschau fand nun kaum noch Entlastung, während die Merkur-Reserve weitere gute Möglichkeiten liegen ließ. Erst in der Schlussphase machte Oelsnitz endgültig den Deckel drauf: Erneut Knoll erzielte mit seinem zweiten Treffer das 3:0 und krönte damit ein starkes Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause. Den Schlusspunkt setzte schließlich Pieschel mit dem Treffer zum 4:0-Endstand.
Ein auch in dieser Höhe verdienter Auswärtssieg für die Merkur-Reserve, die damit den dritten Sieg in Folge feiert und auf Tabellenplatz zwei klettert. Die Mannschaft weiß diese Momentaufnahme allerdings richtig einzuschätzen: Es werden im Saisonverlauf sicherlich noch andere Kaliber warten, und auf die Unterstützung von Spielern dieser Qualität wird man nicht jede Woche zurückgreifen können.
Die nächste Herausforderung wartet bereits am kommenden Sonntag. Dann geht es für Merkur II zum Derby beim SV Kottengrün – und dort dürfte die Aufgabe ungleich schwerer werden. (MS)

