SV MERKUR 06

SV Merkur 06 Oelsnitz e.V.

Allstars von Erzgebirge Aue begeistern zum Oelsnitzer Vereinsjubiläum

Bericht der Freie Presse vom 04.05.2026
Von Thomas Gräf

Mit 7:2 haben die Oldies des FC Erzgebirge Aue am Freitag ein Traditionsspiel zum 120. Vereinsjubiläum des SV Merkur Oelsnitz gewonnen. Fazit: Tolles Wetter, tolle Kulisse – nur ein Wunsch ging leider nicht in Erfüllung.

Oelsnitz – Genau vor 20 Jahren, zum 100-jährigen Vereinsjubiläum, hatten die damaligen Bezirksklasse-Fußballer des SV Merkur Oelsnitz gegen die Profi-Elf des FC Erzgebirge Aue 0:10 verloren. Am frühen Freitagabend hieß es beim Match der beiden Traditionsteams zum 120. Merkur-Geburtstag 2:7 aus Sicht der Vogtländer. Auch diesmal war es ein tolles Spektakel, bei dem 650 Zuschauer einiges geboten bekamen.

„Es hat heute einfach alles gepasst“, freute sich der Oelsnitzer Trainer André Köhler, der zusammen mit Michael Hiemisch und Frank Buschner die Gastgeber-Elf betreute. „Das Wetter, die Kulisse und die Auer haben eine Supertruppe hergeschickt.“ Dass der ehemalige Wismut-Abwehrrecke Köhler selbst mal kurz im lila-weißen Trikot auflaufen könnte, hatte der eine oder andere im Merkur-Lager im Vorfeld gemunkelt. Und der eigentliche Verantwortliche des erzgebirgischen Traditionsteams, Jürgen Escher, hatte da noch einen Scheit angelegt. „Bring Deine Fußballschuhe mit“, habe Escher ihm geschrieben, verriet Köhler der „Freien Presse“. Wer aber nicht mitkam, war Escher. Und dessen Vertreter Jan Schmidt mochte sich, obwohl die Auer nur zwei Gastspieler auf der Bank hatten, nicht dazu durchringen, den gebürtigen Klingenthaler genau 35 Jahren nach seinem letzten Einsatz für die Veilchen zumindest mal kurz auflaufen zu lassen. Sauer war Köhler aber nicht: „Es war ein tolles Erlebnis für alle.“

Bis zum Spieltag hieß es auch, dass Kvicha Shubitidze und Enrico Kern nicht mitkämen, da sie als Trainer des Profiteams unabkömmlich seien. Um so größer die Freude bei den Organisatoren um Köhler und den früheren Merkur-Präsidenten Frank Warmbier, als beide trotzdem auftauchten und sich prompt zu den besten Akteuren der kurzweiligen Begegnung aufschwangen. Kern legte gleich die ersten drei Tore auf: Das 0:1 durch Kunzes Kopfball (13.), das 0:2 durch Trainerkollege Shubitidze (27.) und das 0:3 durch einen platzierten Kopfball des kleinen Curri (34.). Nur selbst verpasste Kern zunächst einen Treffer, als er gleich vier Oelsnitzer vernaschte, aber die Kugel Zentimeter am langen Pfosten vorbeischnibbelte.

Auch wenn Merkur zur Pause komplett durchwechselte, war Aue weiter das bestimmende Team. Kurz nach Wiederbeginn traf auch Kern selbst. Und zwar gleich doppelt innerhalb von drei Minuten (50./53.). Es schien sich ein Debakel für die Platzherren anzubahnen, als Referee Tischer nach Foul an Shubitidze auf Elfmeter entschied. Doch Curri schoss den Ball an die Latte (57.). Shubitidze (59.) und Hochscheidt (64.) erhöhten zwar auf 0:7, doch danach ließen die Erzgebirger die Zügel ein wenig schleifen. Das nutzten die Oelsnitzer durch Schindler (78.) und Heischkel (89.) zur Resultatsverbesserung und zum 2:7-Endstand.

Anschließend gab es genügend Zeit für Autogramme und Selfies für die erstaunlich große Anzahl der lila-weißen Fans. Derweil schwelgten die Oelsnitzer Haudegen von einst bei ihrem „Klassentreffen“ in Erinnerungen an ihre aktive Zeit in der früheren Bezirksklasse, den folgenden Höhenflug in die Landesliga und den steilen Absturz in die Vogtlandliga.

Rund 50 Helfer hatte der umtriebige Merkur-Präsident Jürgen Geigenmüller für die Jubiläumsveranstaltung um sich geschart, die vom Hexenfeuer am Donnerstagabend bis zu den abschließenden Nachwuchsturnieren am Sonntagvormittag ihr verlängertes Wochenende opferten – ehrenamtlich natürlich. Unter ihnen auch der 78-jährige Günter Gogsch. Das nimmermüde Unikum, Merkurs unentbehrlicher Helfer in allen Lebenslagen, verdrückte beim Aue-Spiel dann doch heimlich ein kleines Tränchen der Erinnerung. Denn was heute kaum noch einer weiß: Sein Vater Kurt Gogsch war zwischen 1946 und 1949 der allererste Trainer überhaupt in der Auer Vereinsgeschichte gewesen… (tgf)

Bilder: MS/ LW